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... ich werfe Gedanken und Liebe nach Euch!


Stück und Inszenierung, frei nach dem Roman von Irmgard Keun

Da wo der Roman endet, beginnt die Geschichte auf der Bühne. Doris ist wieder mal auf der Flucht. Am Bahnhof Friedrichshafen verpasst sie den letzten Zug und ist dadurch gezwungen die Nacht auf dem Perron zu verbringen. Obdachlos, aber voller Lebensmut, lässt sie die vergangenen Jahre für die Zuschauer Revue passieren.

Im U-Bahnschacht lernt sie einen Strassenmusiker kennen. Seine Musik und sein bescheidener Lebenshunger, lässt sie über ihr bisheriges Leben nachdenken und neue, grund-legende Entschlüsse fassen.

«Doris» ist die Geschichte einer Frau, die mit viel Charme, Witz, Lebensfreude und Sinnlichkeit dem Leben mit offenen Augen entgegentritt, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Das Stück ist eine Aufmunterung für den Alltag. Gearbeitet wird mit schlichten Bühnenmitteln, denn die Sprache und der Ausdruck der Lebensfreude von Doris stehen im Zentrum der Inszenierung, die durch musikalische Einlagen unterstützt wird. Dieser sprühenden Geschichte zu lauschen ist ein wahres Vergnügen. Doris, bei aller Naivität, ist eine selbstbewusste Frau, die sich auch in der hitzköpfigsten Liebe nicht verliert. Sie ist witzig, zielsicher und unabhängig.

Mit Humor und Stil, ganz nach Keun’scher Art, wird ein stolzes Frauenbild gezeichnet, das sehr wohl auch Männer amüsiert. Es ist uns ein grosses Anliegen, auch die wunderbare Sprache und die Wortspiele von Irmgard Keun bewusst einzusetzen.

Der Roman

Doris stammt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Ohne Bildung sieht sie einzig in Männerbekanntschaften die Chance zum sozialen Aufstieg.

Sie fühlt sich als jemand Ungewöhnliches, schön genug für «mehr». Ihr Leben empfindet sie als Film. Sie durchschaut die Männer, ihre Eitelkeit, ihre Aufgeblasenheit und ihre sexuelle Gier. Nach ihrer Meinung gibt sich ein Mädchen nur aus zwei Gründen hin, für Geld oder aus Liebe.


Ihre ersten Versuche über Männerbekanntschaften aufzusteigen scheitern. Sie verliert sogar ihre Arbeitsstelle. Durch Vermittlung ihrer Mutter erhält sie eine Stelle als Statistin am Theater. Um Aufmerksamkeit zu erregen erfindet sie ein Verhältnis mit dem Direktor. Durch eine Intrige gelingt es ihr, eine kleine Sprechrolle zu ergattern. Sie scheint es geschafft zu haben, der Tag der Premiere wird ihr Triumph und sie ist «berühmt und ein Glanz». Als sie jedoch zum Direktor bestellt wird, ahnt sie, dass ihre Lüge aufgefallen ist. Sie beschliesst zu flüchten. Bei einem letzten Besuch im Theater sieht sie einen kostbaren Pelzmantel, stiehlt diesen und flieht nach Berlin.Dort ist es dieser Pelz, der ihr Leben bestimmt. Er stellt für sie die Eintrittskarte in die mondäne Welt dar. Ein Versprechen auf die Zukunft und die Möglichkeit eine andere Klasse Männer kennen zu lernen.



Ihre ersten Versuche haben jedoch trotz des Pelzes nur mäßigen Erfolg. Doris ist zwar berechnend, doch keineswegs herzlos. Letztlich scheitert sie an ihrem Selbstwertgefühl, die Männer sollen sie aus Achtung und Respekt vor ihrer Person aushalten. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr verbringt sie ohne Bleibe auf der Straße, schläft im Wartesaal am Bahnhof Zoo. An Silvester trifft Doris Ernst, das «Moos». Ein Mann aus gutbürgerlichem Kreis, der sie aus Einsamkeit bei sich aufnimmt. Ernst ist der erste Mann, der ausser Gesellschaft nichts von ihr will, ihr nichts vormacht, ihr selbstlos hilft und ihr vertraut. So viel Selbstlosigkeit interpretiert Doris zunächst als Schwäche. Aber zum ersten Mal fühlt sie sich bei einem Mann geborgen. Um sein Vertrauen zu rechtfertigen, gibt sie ihm ihr Tagebuch zu lesen. Ernst schlägt vor, den Pelz zurück zu geben und Ordnung in ihre Verhältnisse zu bringen. Als ein Brief von Ernsts Frau ankommt, worin diese schreibt, dass sie wieder zu ihm zurückkommen möchte, unterschlägt Doris diesen und kehrt ihn - im wahrsten Sinn des Wortes - unter den Teppich.

Doch stellt dies nicht die einzige Dissonanz in ihrer Beziehung dar. Doris erfährt schmerzlich ihren Mangel an Bildung und bürgerlicher Lebensart, den unterschiedlichen sozialen Hintergrund. Nachdem sie Ernst verführt hat, erkennt sie, dass dieser seine Frau immer noch liebt.


Sie verlässt ihn, ohne eine Aussprache. Den unterschlagenen Brief lässt sie ihm zukommen.

Schließlich steht sie wieder auf der Straße, mittellos und ohne Unterkunft. Die Begegnung mit einem Jungen am Bahnhof Friedrichstrasse, der mit ihr sein Essen und sein Geld teilt, wird für Doris zum Wendepunkt. Sie entscheidet sich für ihr Milieu, macht sich auf, Karl zu suchen und – falls dieser sie noch will – sich mit ihm zusammen zu tun.


Denn «auf den Glanz kommt es vielleicht gar nicht so furchtbar an».

Und da dieser Roman auch die Geschichte eines Pelzes ist:

Der Pelz wird nicht zurückgeschickt. Er wird verkauft.

Der Monolog wurde von Irmgard Keun 1932 in Deutschland geschrieben und ist als Entwicklungsroman in Tagebuchform verfasst.

Informationen Gastspiele

> Dauer                     75 Minuten – ohne Pause
> Zielpublikum           Erwachsene
> Sprache                 Deutsch
> Gage                     Nach Absprache
> Bühne                    mindestens 4m x 6m
> Technik                  Arbeit mit vorhandenem Material vor Ort
                                Wir nehmen unseren eigenen Lichttechniker mit.
> Material                  Flyer und Plakate und DVD (ganzes Stück)
> Kontakt                  Prisca Anderhub, Bahnhofplatz 5,  6440 Brunnen
                                Telefon  041 820 30 67, E-Mail prisca.anderhub@bluewin.ch

Prisca Anderhub, "Doris"

ausgebildete Schauspielerin (SG Zürich) und Theaterpädagogin( HMT Zürich). Sie war Mitglied der theaterfalle Zürich und Mitgründerin und Schauspielerin des Hofstatttheaters Schwyz. Als Initiantin und Regisseurin mehrerer Klein- und Grossprojekte, u.a. die Musicals Annie und Fame, hat sie ihren Erfahrungsbereich stets erweitert. Seit 2003 ist sie festes Ensemblemitglied des Historischen Museums in Luzern.


Röbi Lumpert, Musiker

Ein seit über 30 Jahren begeisterter Laienmusiker aus der Region Schwyz mit sehr viel Improvisationsgabe und einem Flair für die Bühne. Unterricht bei Carlo Gamma, Altdorf.