Kurzbeschrieb Um dem Prinzen zu gefallen wird geschnürt, gestrafft, gestopft. Aber der Prinz ist nicht so, wie frau sich ihn vorgestellt hat - Aschenputtel will nicht flirten, sondern geheiratet werden – die kratzbürstigen Schwestern werden immer symphatischer – alle wünschen sich, dass es Gold und Silber vom Himmel regnen möge und immer besser, schneller, schöner zu sein macht müde.
Mit > Prisca Anderhub, Schauspielerin > Claire Birrfelder-May, Tänzerin > Annette Labusch, Sängerin > Annette Windlin, Schauspielerin > Bodo Krumwiede, Schauspieler > Claus Heinrich Gerstmann, Sänger > Henrik Kaalund, Tänzer
Team > Regie, Nelly Bütikofer > Musikalische Leitung, Hanspeter Domman > Ausstattung, Ruth Mächler > Licht/Technik, Beat Auer > Produktionsleitung, von hier aus, GmbH für vernetztes Theater
Mit freundlicher Unterstützung Verein Freunde des Mythenforums, Kanton Schwyz, Kanton Luzern, Stadt Luzern /FUKA – Fonds, Regionalkonferenz Kultur Region Luzern, Bezirk Schwyz, Verkehrsverein Lachen, Gemeinde Schwyz, Ernst Göhner Stiftung, Markant-Stiftung, Alois Kessler
Projektbeschrieb Wer kennt nicht das Märchen vom Aschenputtel, das dank seinem Fleiss, seiner Tugendhaftigkeit und der richtigen Schuhgrösse vom guten und schönen Prinzen geheiratet wird. Das Märchen endet jedoch nur für Aschenputtel glücklich. Den menschlichen Schwächen der Schwestern gegenüber zeigen sich die Gebrüder Grimm unerbittlich, sie bestrafen hart und brutal. Im Gegensatz dazu lässt G. Rossini seine Oper „La Cenerentola", die den gleichen Märchenstoff erzählt, in einem für alle versöhnlichen Happy-End ausklingen.
Rossinis virtuoser Belcanto, seine schillernde Erzählweise treffen auf die strenge Moral des Grimm-Märchens - und eröffnen ein Spielfeld für die Bühne.
SchauspielerInnen, SängerInnen und TänzerInnen verkörpern ohne feste Rollenverteilung die bekannten Figuren des Märchens. Wer wen oder was spielen darf oder muss, ist Gegenstand des auf der Bühne stattfindenden Wettbewerbs. Dabei geraten die Darsteller in einen Strudel, einen Wettlauf, bei dem sich alle gegenseitig überbieten und übertrumpfen möchten. Schönheit, Virtuosität, Erfolg, Glanz und Glamour sind gefragt. Und um dem Prinzen zu gefallen wird geschnürt, gestrafft, gestopft.
Die KontrahentInnen versuchen mit allen Mitteln, der Vorlage von Oper und Märchen und den damit verbundenen Ansprüchen gerecht zu werden. Im Anpreisen ihrer Qualitäten, Begabungen und Vorzüge gehen sie weit über die Grenzen ihrer eigenen Möglichkeiten hinaus. Dabei geben die archetypischen und unantastbaren Figuren des Märchens immer menschlichere Züge preis: Das Aschenputtel ist in seiner Perfektion langweilig, der Prinz nicht so, wie man ihn sich vorgestellt hat. Der für die Schönheit zu leistende Preis ist absurd, der Stress der Schwestern nachvollziehbar, der Wunsch, belohnt zu werden, verständlich. Immer besser, schneller, schöner zu sein, macht müde, und alle, nicht nur Aschenputtel, wünschen sich, dass es Gold und Silber vom Himmel regnet.
Gemeinsam scheitern alle Beteiligten an ihrem Ansinnen, märchenhaft und ideal zu sein und bleiben oder werden wieder das, was sie sind: unperfekte Menschen.
Quellen „Aschenputtel" Märchen der Gebrüder Grimm „La Cenerentola" Oper von G. Rossini, Ausschnitte aus der Aufnahme „Orchestra e coro des Teatro Comunale die Bologna, Riccardo Chailly, 1993